Wohnen und leben
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Gast Experte! hat diese Frage am 01.01.2005 gestellt
Prostitution

Wird im Haus Prostitution ausgeübt und werden durch Kunden die Mieter belästigt, kann die Miete um 25 % gemindert werden. (AG Regensburg, aus: Wohnungsmängel und Mietminderung, Hrsg. BMV 1996)

Prostitution in der Nachbarwohnung mit ständigem Kundenbesuch ab 10:00 Uhr morgens bis spät in die Nacht hinein, rechtfertigt eine Minderung der Miete um 20 %. (AG Wiesbaden, Az. 92 C 3285/97, aus: WM 1998, S. 315)

Ein Bordell im Haus erlaubt die Miete um 10 % zu mindern. (LG Berlin, Az. 64 S 334/03, aus: WM 2004, S. 234)

Befindet sich in der Großstadt kein "Sperrbezirk", stellt die bloße Existenz eines Bordells oder bordellähnlichen Betriebs in einem Mietshaus noch keinen Mangel dar, der eine Mietminderung rechtfertigt. Erst, wenn von dem Betrieb Belästigungen für die Mieter ausgehen, kann die Miete gemindert werden. Konkret: Gestöhne beim Geschlechtsverkehr oder Folterungen, Schlägereien vor dem Lokal, Flucht einer unbekleideten Frau im Treppenhaus, herumliegende Kondome im Flur, nur mit Unterwäsche bekleidete Gäste auf der Straße, erlauben die Miete um 20 % zu kürzen. Kommt es überdies zu lauten Unterhaltungen, Gläserklirren und lautem Türzuschlagen, kann die Miete um 25 % gemindert werden. (LG Berlin, Az. 61 S 518/98, aus: NJW-RR 2000, S. 601). Ein anderes Gericht erlaubte eine Minderung zwischen 55 % in der Winterzeit und 70 % in der Sommerzeit. (AG Berlin Charlottenburg, aus: WM 1999, S. 71)

Ein Fensterbordell im Mietshaus mit separatem Eingang rechtfertigt keine Mietminderung, weil kein Risiko besteht, Kunden des Bordells im Treppenhaus begegnen zu können. Erst recht entfällt das Minderungsrecht, wenn das Mietshaus in unmittelbarer Nachbarschaft einer stadtbekannten "Rotlichtszene" liegt. (AG Hamburg, Az. 47 C 666/00, aus: WM 2002, S. 264)
Stichwörter: prostitution

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