Wohnen und leben
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Gast Experte! hat diese Frage am 01.01.2005 gestellt
Hallo!
Ich habe ein grosses Problem und brauche dringend Hilfe. Es ist so:

Letztes Jahr im Dezember habe ich mit meiner Freundin unsere gemeinsame Wohnung im 3. Stock eines 4-stöckigen Hauses bezogen. Schon nach kurzer Zeit war klar, dass es sich hier um ein Haus handelt, in welchem sich viel beschwert wird. Gerade die beiden Parteien unter uns (links Tochter, rechts Mutter) sollten da ganz gut dabei sein. Es dauerte auch nicht lange bis die Frau unter uns vor unserer Tür stand. Das 1. Mal noch zu Recht da wir in der Einzugsphase die Zeit vergaßen und um 23. Uhr noch einen Nagel in die Wand schlugen. Auch muss ich zugeben, dass ich ihr – aufgrund der Beeinflussung durch die Vorwarnungen – recht schnippisch gegenüber trat.

Die Beschwerden hörten nicht auf. Meine Tochter (7 Jahre) war angeblich zu laut und auch wir bewegten uns angeblich wie eine Elefantenhorde in der Wohnung, so dass die Dame unter uns keine Ruhe findet und daher mit ihrer Gesundheit zu kämpfen hat. Die Folge war, dass ich meiner Tochter nur noch lautloses Spielen in ihrem Zimmer erlaube (Kassetten hören etc.), ich selbst mir die Schuhe im Treppenhaus auszog, wenn ich heim kam und auch ansonsten bei jedem kleinsten Geräusch, was jemand in unserer Wohnung macht, darum bitte, leiser zu sein, um der Nachbarin keinen Grund zur Beschwerde zu geben.

Doch es hörte trotzdem nicht auf und es folgte eine Abmahnung von der Hausverwaltung. Meine Freundin zog aus der Wohnung und ich gründete eine WG mit einer Bekannten. Wies auch darauf hin, dass es in der folgenden Zeit etwas lauter werden könnte, woraufhin man mir sagte, dies sei in Ordnung. Nach etwa einem Monat kam der nächste Beschwerdebrief von der Mieterin unter mir. Grundlos! Jeder von uns bewegt sich ganz normal in der Wohnung (sogar eher hypervorsichtig), wir hören Musik noch unter Zimmerlautstärke, feiern keine Partys oder sonst was. Ich rief bei der Hausverwaltung an und sagte genau das. Die Frau des Hausverwalters erzählte mir am Telefon, dass es in diesem Haus schon immer Probleme gab. Machte so Aussagen wie z. B. dass die zwei Parteien unter uns ja ihre Mieten zusammenlegen und sich ein Haus im Odenwald mieten könnten, da es ja Mutter und Tochter sind.

Zwei Tage später rief ich erneut bei der Hausverwaltung an. Aus folgendem Grund: Meine Bekannte und ich haben beide Partner. Meine Freundin ist fast täglich hier und auch der Partner meiner Bekannten war zu diesem Zeitpunkt oft zu Besuch. Ich wollte daher die Umlagen anpassen, damit die anderen Hausbewohner nicht benachteiligt werden. Der Hausverwalter erklärte mir am Telefon, dass es so wie es ist schon ok ist, da wir einen eigenen Wasserzähler haben. Wir einigten uns dann darauf, 60 Euro mehr zu zahlen um am Ende keine große Nachzahlung zu haben.

Nur wenige Tage später erreichte uns die 2. Abmahnung des Vermieters. Darin stand z. B., dass der Nachtrag im Mietvertrag (Auszug meiner Partnerin, Einzug der Bekannten) den Tatbestand der arglistigen Täuschung erfüllen würde und es wurde in diesem Schreiben mit der fristlosen Kündigung gedroht. Ich war sehr verwundert über dieses Schreiben, da es so im Gegensatz zu den beiden zuvor geführten Telefonaten stand. So rief ich also den Hausverwalter an. Dieser war mit einem Mal sehr unhöflich mir gegenüber. Auf die zuvor gemachten Aussagen ging er nicht einmal mehr ein, sondern sagte, dass ich es so „darstellen“ würde.

Mit den Nachbarn auf unserer Etage (übrigens die, die uns so gegen die anderen aufgehetzt hatten) verstanden wir uns bis dahin noch recht gut. Der Nachbar (verheiratet) verliebte sich dann in meine Mitbewohnerin. Stand immer öfter hier in unserer Wohnung und verkündete, bald „im Club der Singles zu sein“ und dann schließlich davon, sich von seiner Frau zu trennen. Dann merkte er jedoch, dass er bei meiner Bekannten keine Chancen hat. Nur kurz darauf stand mit einem Mal seine Frau in unserer Wohnung (ich freute mich noch, dass auch sie sich mal rüber traut). Dann konnte ich meinen Ohren fast nicht trauen: Sie beschwerte sich darüber, dass meine Tochter unten mit Kreide gemalt hatte. Wollte, dass ich es weg mache, weil es sich sonst ins Treppenhaus trägt (da wird jede Woche gefegt und gewischt). Außerdem beschwerten sie sich über ein Spielzeug meiner Tochter. Sie hatte den Sommer über immer mit ihren kleinen Spielzeughunden im Garten gespielt. Dieser packte sie nach dem Spielen immer in einen Spielzeugwasserkocher und ließ diesen unten stehen, um ihn nicht immer hin und her tragen zu müssen. Dieser störte nun also die Aussicht dieser Nachbarin. Die sich übrigens immer weiter beschwerte.

Es folgte eine erneute Abmahnung des Vermieters aufgrund der Beschwerden dieser 3 Parteien. Diesmal wurden uns erneut die fristlose Kündigung und sogar auch die Räumungsklage angedroht.

Zur Beschaffenheit der Wohnung ist zu sagen, dass es sich um eine sanierte Altbauwohnung handelt. Der Fußboden ist laminiert (knartscht an einigen Stellen) und wenn meine Bekannte in ihrem Zimmer ganz normal auf den Balkon geht, vibriert meine Couch.

Außerdem sollte ich noch sagen, dass wir am Wochenende (sofern ich mal einen Babysitter habe – demnach also nicht ständig) auch gerne mal ausgehen und dann erst spät in der Nacht wiederkommen, dann jedoch so leise wie eben möglich den Weg durchs Treppenhaus gehen. Auch das wird uns vorgeworfen! Jedoch fühle ich mich nicht wie in einer Kur wo man um 22 Uhr auf seinem Zimmer zu sein hat, nur weil die anderen Mitbewohner nicht ausgehen und nicht mal so spät heimkommen.

Der Hype geht weiter. Ich habe dem Hausverwalter auf sein Schreiben geantwortet. Auf die Beschaffenheit der Wohnung hingewiesen, auf die falschen Anschuldigen (die Nachbarin hatten einiges vollkommen verdreht und falsch dargestellt) als auch auf die Eifersucht und die verletzte Eitelkeit im Bezug auf meine Mitbewohnerin. Der Hausverwalter hat dann diesen Nachbarn meinen Brief gezeigt (Briefgeheimnis???). Natürlich stritten sie die Trennung etc. ab und stellten es so hin, als hätte ich das erfunden.

Die Lügen hören bis heute nicht auf! Die beiden unter uns titulieren uns in der Nachbarschaft als „Asoziales Pack“ (ich versichere nicht nur annähernd asozial zu sein) An allen Ecken und Enden wird danach gesucht, uns einen reinzuwürgen. Gestern sprach ich mit dem Hausverwalter, welcher mir sagte, er hätte die Sache an den Anwalt übergeben, da er uns – wie angedroht – nun rauswerfen möchte.

Hier nun ein paar Fakten: Uns wird vorgeworfen, dass wir die Ruhezeiten nicht einhalten. Ich kann mit bestem Gewissen sagen, dass wir uns nicht anders als andere verhalten und keinen Lärm verursachen, sondern uns eben ganz normal in der Wohnung bewegen. Anzumerken sei auch noch, dass meine Bekannte überwiegend nicht einmal da ist bzw. wenn, dann nur zum nächtigen hier ist.

Es wird uns vorgeworfen, dass wir eben arglistig täuschen, da sich meine Partnerin fast täglich hier aufhält, was ich jedoch von vornherein dem Vermieter mitteilte. Hier ist auch meine Frage: Ab wann spricht man davon, dass jemand irgendwo wohnt? Ich hörte mal, dass man rein theoretisch nur jede 6 Wochen mal auswärts schlafen muss?

Seit etwa 3 Wochen halten wir einen kleinen Hund, den wir vor einer Familie „retteten“ bei der er es gar nicht gut hatte und viel geschlagen wurde. Auch dies teilte ich natürlich sofort dem Hausverwalter mit. In diesem Haus ist lediglich die Kleintierhaltung erlaubt. Allerdings gibt es hier zwei Parteien mit jeweils 2 Katzen, welche ja auch nicht zu den Kleintieren zählen. Natürlich wird uns nun auch die Haltung des Hundes vorgeworfen.

Ich leide inzwischen sehr unter der Situation und habe Panik! Panik vor dieser Klage – davor, dass es eine Gerichtsverhandlung geben wird. Ich habe Angst, dass die mit ihren Lügen durchkommen und ich am Ende die Kosten tragen muss, denn ich habe mich gerade erst selbständig gemacht und kann mir so etwas einfach finanziell nicht erlauben. Meine Mitbewohnerin und meine Partnerin wollen nun dem Wunsch des Vermieters nachkommen und ausziehen. Mein Sinn für Gerechtigkeit schreit jedoch danach, es ihnen nicht einfach so durchgehen zu lassen, weil ich auch einfach davon ausgehe, dass sie es immer wieder so handhaben würden, wenn ihnen jemand im Haus nicht passt. Und wenn sie schon vor Kindern (und ich habe ein wirklich sehr sehr liebes Mädchen) nicht Halt machen ….

Der Hausverwalter geht sehr parteiisch vor. Er hat bis heute keine Anstalten gemacht, sich von den Anschuldigungen bzw. meinen Erklärungen zu überzeugen (indem er z. B. mal abends in der Wohnung unter uns war). Auf mein Argument, dass Katzenhaltung dann hier auch nicht erlaubt sei, reagierte er mit einem gleichgültigem „zur Kenntnis genommen“. Wie schon erwähnt zeigt er auch meine Briefe weiter, worin ich mich in Sachen Briefgeheimnis verletzt fühle. Uns werden die Beschwerdebriefe der anderen über uns auch nicht vorgelegt.

Was kann ich tun? Habe ich Chancen vor Gericht oder kann man wirklich durch so ein Mobbing die Wohnung verlieren, nur weil sich mehrere Parteien zusammenschließen? Habe ich eine Möglichkeit den Spieß umzudrehen? Ich will inzwischen ja selbst ausziehen, weil das Wohngefühl so im Keller ist. Allerdings graut es mir vor den Umzugskosten und vor allem habe ich so viel in diese Wohnung gesteckt. Kann ich die Kosten für den Umzug einklagen?

Entschuldigt bitte, dass ich so viel geschrieben habe. Ich wollte aber detaillierte Auskünfte geben, um auch eine adäquate Antwort zu erhalten. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und auch schon im voraus ein herzliches Danke für eine Antwort!
Stichwörter: fristlose + grund + kündigung + mobbing

1 Kommentar zu „Mobbing Grund für fristlose Kündigung???”

Gast Experte!

Sorry, aber wer soll Ihren Roman lesen?
Bitte sortieren Sie Privatprobleme von Mietproblemen und stellen Sie hier eindeutige Fragen zum Mietrecht, wenn Sie welche haben.

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