Wohnen und leben
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Gast Experte! hat diese Frage am 01.01.2005 gestellt
Hallo Liebe Mieter, Mieterinnen und Vermieter

Wir haben hier doch inzwischen ein etwas größeres Problem.

Wir, 2 Erwachsene, 1 Kind und 3 Katzen wohnen seit 10 Monaten in einer
Halbsutterain Wohnung.
Diese Wohnung wurde uns mit einer qm Fläche von 90qm, inkl. aller Uml. und Strom für 600 Euro vermietet.
Das Haus hat keinen Anschluss an das Kanalisationssystem,
wir haben hier einen Pumpensumpf der mittels Pumpe in ein
3 Kammersystem ausgepumpt wird.
der Raum zum Pumpensumpf grenzt an das Kinderzimmer.

Seit Anfang Dezember 2003 ist die besagte Pumpe defekt.
Der Pumpensumpf steht seit dem offen, das Kinderzimmer ist also seit
Dezember 2003 nicht mehr Nutzbar, da es dort dementsprechend
erbärmlich stinkt.
Unsere Tochter nächtigt seit dem in unserem Schlafzimmer, wir im
Wohnzimmer auf der Couch.

Anstelle der Pumpe wurde eine Wasserpumpe, die eine Körnung von max. 3 Millimeter
verarbeiten kann, eingesetzt. Also das Wasser wird rausgepumpt,
der Kot bleibt in der Grube.
Eine neue Pumpe sollte erst Ende Dezember, dann nach Karneval eingebaut werden.
wir warten noch immer auf den Einbau)

Diese Wasserpumpe versagt, bedingt durch zu große Körnung recht oft
Ihren Dienst und wir haben dann den Kampf das Ding wieder zum laufen zu bringen.
Durch den Stress und die Aufregung bedingt, erleidet mein Partner
jetzt teilweise heftigste Neurodermitisschübe, in denen er kaum noch
in der Lage ist sich zu bewegen. Andere durch diese Zustände resultierenden
Erkrankungen und Leistungsabfälle will ich gar nicht weiter erwähnen.

Durch diese Zustände und einer nicht eingeforderten Mietminderung unserseits,
konnten wir den Mietvertrag mit einer etwas geringeren Kündigungsfrist
(2,5 Monate) zum 15.5.2004 kündigen.

Bis heute kam die Vermieterin nicht mal auf die Idee uns von sich aus
eine Mietminderung anzubieten, wir nutzen seit nun mehr 4 Monaten nur
75% der Wohnung. Aus lauter Frust haben wir heute die Wohnfläche nach-
gemessen und siehe da, es stellt sich raus, das die Wohnung nur 80qm hat.
Demnach zahlen wir seit 10 Monaten zu viel Miete.

Ist es rechtens, dass wir nun die Miete Rückwirkend auf 80qm berechnen,
(haben Mietpreis pro qm berechnet und mal der tatsächlichen Fläche berechnet)
es sind immerhin 167 Euro pro Monat.
Können wir rückwirkend bis Dezember 2003 die Mietminderung noch
vornehmen? Zur Not zahlen wir den Tatsächlichern Mietpreis bis zum Ende
der 3 Monatigen Kündigungsfrist (Halbe Miete)

Liebe Grüße
Rebellchen
Stichwörter: katastrophale + zustände

1 Kommentar zu „Katastrophale Zustände”

rhw Experte!

Hallo Rebellchen,

Mietminderung bieten Vermieter im Allgemeinen ohnehin nicht an. Das ist quasi Mietersache. Achtung, hier gilt es einige Formalitäten einzuhalten, z. B. Mängelanzeige (schriftlich), Frist zur Behebung der Mängel setzen, Mietminderung ankündigen und erst dann auch tatsächlich mindern, allerdings nicht für die Vergangenheit!

Was die Quadratmeter anbelangt, so gilt - verkürzt dargestellt: Wenn im Mietvertrag steht, Wohungsgröße 90 qm, Miete 450 Euro - schlechte Karten. Steht dagegen im Mietvertrag, Wohnungsgröße 90 qm, Miete je qm 5,00 Euro ( = 450 Euro) - dann hilft eine Neufeststellung der tatsächlichen Wohnungsgröße weiter.

Unabhängig davon ist es aber denkbar, dass die Abweichung für die Berechnung der wohnflächenabhängigen Nebenkosten interessant ist. Allerdings muss es sich hierbei um erhebliche Abweichungen handeln. Gerichte nehmen hier nicht selten 15 % oder sogar noch mehr als 'Schmerzgrenze' an. Da kann es einen Versuch wert sein. Hilfe durch den örtlichen Mieterverein wäre sinnvoll.

MfG
rhw

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