Wohnen und leben
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Gast Experte! hat diese Frage am 01.01.2005 gestellt
Vorwort:[/b:adec5]
Am 27. Dezember 2005 wurde einem Vermieter von seiner Mieterin mitgeteilt, dass sie zum 31.03.2006 ausziehen möchte.

In seinem Antwortschreiben teilte ihr der Vermieter mit, dass es sich bei ihrem Vertrag um einen Jahreslaufzeitvertrag handle, der nur jeweils zum 15.Juli gekündigt werden könne. Er teilte ihr jedoch auch mit, dass sie früher ausziehen könne, wenn sie einen solventen Nachmieter für die Wohnung finde.

Also machte sich die Mieterin daran nach Nachmietern zu suchen.

Kapitel 1:[/b:adec5]
Der erste Nachmieter, der ins Spiel kam, ließ über einen Beamten vom Arbeitsamt anrufen, der der Mieterin gleich versicherte, dass dieser Nachmieter das Geld für Kaution und Miete vom Staat bekommen sollte.

Die Mieterin gab dem Beamten darauf die Telefonnummer ihres Vermieters, damit die beiden Parteien es selbst klären konnten. Erst auf eigene Anfrage - nicht etwas weil der Vermieter so viel Anstand hatte, mal eben Bescheid zu sagen - erfuhr die Mieterin dann, dass dieser Nachmieter abgelehnt wurde.

Kapitel 2:[/b:adec5]
Der zweite Nachmieter, ein selbstständiger Herr mittleren Alters, erhielt ebenfalls die Telefonnummer des Vermieters, damit er sich mit ihm selbst in Verbindung setzen konnte, nachdem er gegenüber der Mieterin Interesse an der Wohnung bekundet hatte.
Ein paar Tage später fragte die Mieterin bei dem Nachmieter nach, der ihr sagte, dass sich Nachmieter und Vermieter dabei verlieben waren, sich im März noch einmal zusammen zu setzen, um die Formalitäten des Mietvertrags zu klären.

Eine Woche vor dem Auszugstermin, den die Mieterin in ihrer Kündigung angegeben hatte (31.03.2006), wurde ihr dann von der Tochter des Vermieters, die sie durch Zufall(!) im Flur getroffen hatte, mitgeteilt, dass es keinen Nachmieter gebe, da sich die beiden Parteien Nachmieter und Vermieter nicht hätten einigen können.

Also greift die Mieterin erneut zum Telefon und ruft den Nachmieter an, der ihr erklärt, er sei immer noch an der Wohnung interessiert, könne diese aber erst zum 1.05.2006 mieten (was ja kein Problem wäre), da er bis dahin noch seine teurere andere Wohnung bezahlen muss. Er warte darauf, dass sich der Vermieter melde, so wie es verabredet gewesen wäre.

Als der Vermieter von der Mieterin hierauf angesprochen wurde, antwortete er, dass der Nachmieter bisher nicht in der Lage gewesen wäre eine Kaution für die Wohnung zu stellen. Außerdem sagte der Vermieter, dass er glaube, dass der Nachmieter nur ein Großmaul wäre, das behauptet er könne bezahlen, der aber gar nicht wirklich bezahlen könne.
(Anmerkung hier: Dieser Nachmieter bezahlt bisher eine Wohnung mit Warmmiete von 790,-€ - die neue Wohnung würde ihn nicht einmal 500,-€ warm kosten). Ohne wirklich eine genau Antwort zu erhalten, musste die Mieterin also davon ausgehen, dass der Nachmieter abgelehnt wurde und dass sie nach einem anderen suchen muss.

Kapitel 3:[/b:adec5]
Also werden die alten Anzeigen wieder rausgesucht und alle Beträge für diese noch einmal gezahlt.

Es meldet sich eine Frau, die für einen Verwandten eine Wohnung sucht. Beide besichtigen die Wohnung und erhalten die Telefonnummer des Vermieters.

Im Gespräch mit dem Vermieter erklärt die Frau (die Frau und der Nachmieter sind beide Türken, er kann allerdings nicht so gut deutsch wie sie, deshalb hat sie alles abgeklärt), dass der Mann wegen einer Krankheit vor zwei Jahren nur einen Minijob habe und dass er deshalb eine Unterstützung vom Staat bekomme, die ihm Kaution und Miete stellt. Ausserdem erklärt sie dem Vermieter, dass sie selbst auch für ihn Haften würde, falls die Vermieter noch eine gesonderte Sicherung haben wollten.

Der Vermieter will es sich überlegen und sich zurückmelden.

Was er jedoch nicht tut. Statt dessen muss die Frau zwei Tage später selbst anrufen und nachfragen, worauf man ihr kurz sagt, man wolle keine Arbeitslosen in dem Haus. Dann verabschiedete sich der Vermieter auch schon und wollte die Frau nicht ausreden lassen, da er etwas zu tun habe.

Das Ende vom Lied:[/b:adec5]
Die Mieterin - die mittlerweile bereits in ihrer neuen Wohnung wohnt, aber natürlich die alten noch bezahlen soll - findet das Ganze ein wenig komisch und will das Missverständnis aus dem Weg räumen.
Zu ihrem Glück kommt ihr die tolle Idee, dass es manchmal ganz gut ist einen Zeugen dabei zu haben und so nimmt sie einen Freund mit.

Sie fahren zu dem Haus, wo sich ihre alte Wohnung befindet, in der Hoffnung den Vermieter dort anzutreffen und tatsächlich: er und seine Tochter sind dort.

Die Mieterin klärt den Vermieter über das Missverständnis auf, dass es sich bei dem Nachmieter nicht um einen Arbeitslosen handelt und somit ja auch - eigentlich - um einen solventen Mieter, denn sie denkt sich: was soll es den Vermieter interessieren, von wem er das Geld bekommt, vom Mieter oder vom Staat.

Der Vermieter sieht wohl ein, dass das ein nicht ganz so schlechtes Argument ist und bringt ein anderes vor: Der Mann sei Türke und er habe so schlechte Erfahrungen mit denen gemacht. Die bringen dann immer noch Leute von der Straße mit, die dann auch noch einziehen.

Darauf antwortet die Mieterin, dass er das doch nicht so pauschalisieren kann. Jeder Mieter kann Probleme machen ob Türke, Deutscher oder was auch immer. Und schließlich leben in dem Haus eine taiwanesische, eine indische und eine afrikanische Familie. Und mindestens drei erwachsene Personen dieser Familien sprechen auch gar kein deutsch. So kann es doch gar nicht so schlimm sein, dass es sich bei diesem Mann nun auch um einen Ausländer handelt.
Die Mieter sagt ihm ausserdem, dass er sie doch nicht für schlechte ERfahrungen, die er gemacht hat, verantwortlich machen kann.

Seine Reaktion darauf ist: ER würde nicht weiter mit ihr darüber sprechen, da sie versuchen würde ihn da in irgendetwas hineinzupressen. Darauf knallt er ihr die Tür vor der Nase zu und lässt sie im Flur stehen.


Würde mich interessieren ein paar Meinungen dazu zu lesen. Ist leider sehr lang geworden, aber ich denke das ist die einzige möglichkeit wirklich zu erklären, worum es hier geht.

Danke schon im Voraus!
Stichwörter: kurzgeschichte + meinungen + erwünscht

1 Kommentar zu „Eine Kurzgeschichte - Meinungen erwünscht”

Rano Experte!

Jahreslaufzeitvertrag handle, der nur jeweils zum 15.Juli gekündigt werden könne.[/quote:e969a]

Damit ist doch schon (fast) alles gesagt.

Diese Verträge bringen i.d.R. (bei Abschluß) beiden Seiten Vorteile. Der Vorteil wurde seitens der Mieterin mit dem Nachteil erkauft, den sie nun erfährt.
Solche Verträge sind ansich i.O..

Einziger Angriffspunkt: Die Mieterin müßte dem VM ein klares und nachweisbares NEIN! zur Untervermietung (UNABHÄNGIG vom Untermietinteressenten!!) entlocken. Das ergäbe dann einen vorzeitigen Kündigungsgrund. Vorher aber checken, ob Unter- oder Weitervermietung vielleicht sogar per MV ausgeschlossen ist, dann haut das natürlich nicht hin.

Gruß
Ralph

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