Wohnen und leben
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Gast Experte! hat diese Frage am 01.01.2005 gestellt
Hallo zusammen,

meine Frau und ich wohnen seit Mai 2005 in einer eigentlich recht schönen Souterrain-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.

Nach ca. 1 Monat regelmäßigem Aufenthalt und Schlafen in dieser Wohnung bekam ich einen leichten Schnupfen, mir lief ständig die Nase und teilweise war die Nase auch richtig zu. Dazu kommt, das es kein normaler "Rotz" war, sondern eher wässriger Ausfluss. Ich dachte zuerst an eine kleine "Sommergrippe" bedingt durch den Umzug und dem Geschwitze dabei.

Einen Monat später, also im Juli, kam dann bei mir aber so ein penetrantes Augenjucken dazu. Meistens morgens bzw. nachmittags nach dem Schlafen. Dazu kam, daß meine Frau plötzlich über Halsschmerzen klagte.

Ich also meinen Vermieter angerufen, das in meiner Wohnug irgendetwas ist, was uns Krank macht. Der hat auch direkt reagiert und einen Raumluftgutachter bestellt. Der, machte seine Messungen und gut 3 Wochen später, kam das Ergebnis, daß tatsächlich in den gemessenen Räumen ein ehöhter Wert an Formaldehyd festgestellt wurde. In allen Wohnräumen (Schlaf, Kind, Wohnzimmer) hatte mein Vermieter vor unserem Einzug Fertigparkett legen lassen. Am Telefon teilte mir mein Vermieter mit, daß sogar zwei Arten von Schadstoffen über dem Grenzwert liegen würden. Kurz darauf wurde von dem Gutachter eine Probe des Fertigparketts entnommen. Die Analyse dieser Probe sollte zwischen 7 und 10 Tagen dauern. Die Probe wurde am 10.08.2005 entnommen und bis heute haben wir immer noch kein Ergebnis.

Für meine Unterlagen hatte ich bei meinem VM dann telefonisch eine Kopie des Raumluftgutachtens angefordert, ganze 3mal. Doch mein VM sagte mir das angeforderte Gutachten immer nur zu und rettete sich damit bis zu Beginn seines Spanien-Urlaubs. Dort ist er noch bis zum 9.9. und wir können unsere Wohnung seitdem nicht mehr nutzen, da es a) eine gesundheitliche Belastung für meine Frau und mich ist[/b:d464f] und b) meine Frau im 8. Monat schwanger ist![/b:d464f] Zur Zeit wohnen wir bei meinen Schwiegereltern, was aber auch keine Dauerlösung sein kann...

Mein VM kündige zwar an, daß er in Spanien per Handy erreichbar wäre, aber bisher hat er sich noch nicht bei uns gemeldet. Von dem Gutachter an sich erfahren wir auch nichts, da mein VM der Auftraggeber ist und der Gutachter einen Dr.-Titel trägt und somit an die ärztliche Schweigepflicht gebunden ist. Unser Baby kommt aber in 8 Wochen, da könnte man doch etwas Verständnis vom VM erwarten, daß ich die Schadstoffe dann aus der Wohnung haben möchte.

Als nächsten Schritt wollte ich zum Mieterschutzbund -verein gehen und denen die Problematik erläutern, vielleicht erreichen deren Anwälte ja etwas.

P.S: Übrigens hat mein VM vor seinem Urlaub angekündigt, wenn die Schadstoffe aus dem Parkett kommen, das Alte Parkett rausgerissen wird und dort dann wieder neues Parkett reinkommt... Hoffentlich ist das dann frei von Schadstoffen, ansonsten geht der ganze Rummel von Vorne los... <!-- s :x --><!-- s :x -->

Gruß
fucruiser
Stichwörter: gemessene + schadstoffe + wohnung

7 Kommentare zu „Gemessene Schadstoffe in Wohnung”

Susanne Experte!

Ist das eine Frage oder eine Mitteilung?

Grundsätzlich kann man hier nur dazu raten, einen guten RA für Mietrecht aufzusuchen. Es ist zumindest möglich, dass lt. Gutachten von einem längeren Aufenthalt in den Räumen abgeraten wird, damit müsste der VM Ihnen Ersatzwohnraum stellen. Fakt ist, solange Sie die Wohnung nicht nutzen können steht Ihnen entweder Ersatzwohnraum zu oder Sie müssen keine Miete zahlen. Will der VM aus guten Gründen das Gutachten nicht rausrücken, sollten Sie das per RA einklagen. Möglicherweise könnten Sie ja lt. Gutachten wg. Gesundheitsgefährdung die Wohnung fristlos kündigen...solange diese Gesundheitsbelastung vorliegt, wollen Sie doch sicher nicht wieder einziehen und wie lange soll das dauern, bis der VM die Wohnung neu mit Parkett gelegt hat.

Gast Experte!

Erstmal danke für die Antwort,

der VM hatte vor, das neue Parkett während des Wohnens unsererseits in der Wohnung durchführen zu lassen. Mit anderen Worten, Schränke ausräumen, altes Parkett raus, neues Parkett rein, Schränke wieder einräumen. Da meine Fau wie o.a. im 8. Monat schwanger ist, müssen die Ausräumarbeiten von mir alleine durchgeführt werden. Da ich im Schichtbetrieb arbeite ist das nicht grundsätzlich am Wochenende etc. möglich.

Ich denke daß der Weg zum Mieterverein doch der Richtige ist.

P.S.: Sollte eher eine Mitteilung sein, zu der man(n) bzw. Frau seine/ihre Meinung posten kann.

Susanne Experte!

Der Mieterverein wird einen vor Gericht nicht vertreten, das kann man sich sparen-lieber direkt einen RICHTIGEN RA !

Gast Experte!

Der Mieterverein wird einen vor Gericht nicht vertreten, das kann man sich sparen-lieber direkt einen RICHTIGEN RA ![/quote:8e9d5]

Nee, ist da nicht so ganz richtig. Laut dem Infoblatt des Mietervereins wird erst versucht sich aussergerichtlich zu einigen (was ja auch primär mein Wunsch ist, da wir ja weiter in der Wohnung wohnen bleiben möchten, allerdings schadstoffrei), sollte das jedoch keinen Erfolg bringen ist der Mieterverein serwohl der gerichtliche Vertreter des Mieters. Lediglich 100 Euro Selbstbeteiligung wären im Rechtsstreitfall von dem Mitglied zu zahlen.

Susanne Experte!

Naja, jeder muss seine Erfahrung halt selbst machen.
Vielleicht liegt die Schadstoffbelastung ja auch nicht am Bodenbelag, dann fängt die Sucherei an und Ihr wollt mit Baby nochmal da einziehen?

fucruiser

Also, mein Vermieter ist aus seinem Urlaub zurück und zu allem Übel ist jetzt der Gutachter im Urlaub. Doch bevor er abgefahren ist, hat er meinem VM ein "vorläufiges" Materialgutachten zugefaxt.

In diesem Fax soll angeblich stehen (habs leider noch nicht selbst zu Gesicht bekommen) daß die Grenzwerte des Formaldehyds im Parketts ganz knapp unterschritten werden.

Er hat jetzt entschieden, das Parkett im Schlaf- und Kinderzimmer gegen Alergikerteppich auszutauschen. Ist in sofern erstmal nicht so schlecht, da wir dann wenigstens wieder in der Wohnung verweilen können. Das er den Teppich reinsetzt wäre laut seiner Aussage eigentlich nicht nötig, da die Werte unter dem Grenzwert liegen. Ich habe eher die Vermutung, daß damit aber eher sein schlechtes Gewissen zum Vorschein kommt.

Wie sieht das in meinem Fall eigentlich mit einer Mietminderung aus, da wir die Wohnung ja einen Monat nicht bewohnt haben. Habe da mal etwas von 50% gelesen. Geht das denn auch, wenn die Reaktion auf das Formaldehyd rein von mir aus kommt? Ich meine, wenn es nicht da gewesen wäre, wäre keine Reaktion zustande gekommen.

Selbst der Gutachter hat uns bereits nach dem Raumluftgutachten geraten, die Wohnung erstmal nicht zu bewohnen...

Gruß
fucruiser

Susanne Experte!

Habt Ihr die Aussage vom Gutachter schriftlich?
Denn wenn die Wohnung nicht bewohnbar ist, beträgt die Minderung natürlich 100%, wenn der VM keinen Ersatzwohnraum stellt.

In dieser heiklen Angelegenheit möchte ich nur noch raten, schnellstmöglich zum RA zu gehen. Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass Ihr mit dem Kind nochmal da einziehen wollt. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass auch ein Allergieteppich nicht allergenfrei ist. Falls Eure gesundheitlichen Reaktionen nun von was anderem als dem Bodenbelag ausgelöst werden, steht Ihr dann dumm da...und mit Formaldehyd knapp unter dem Grenzwert wär ich auch nicht glücklich...das wird doch auch wieder freigesetzt, wenn das Parkett entfernt wird. So schön kann doch keine Wohnung sein, dass man seine Gesundheit dabei aufs Spiel setzt.

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