Unter einem Backsteinbau versteht man einen Bau, der aus gebrannten Ziegeln (Backsteinen) besteht, und der häufig nicht verputzt und nicht verkleidet wird. In der westlichen Welt wurde diese Bauweise erstmals von der Römern durchgeführt. Später übernahmen die Byzantiner den Backsteinbau und benutzten ihn teilweise gemeinsam mit Naturstein und teilweise in reinen Backsteinbauten. Die schönsten Backsteinbauten finden sich unten den Gebäuden, die im Norden und Nordosten Deutschlands vom 12. Jahrhundert bis zum Ende der Spätgotik hin errichtet wurden. Bei diesen Bauten wird in den meisten Fällen auf die für die Gotik typischen zerbrechlichen Zierformen verzichtet oder diese werden in vereinfachter Form ausgeführt. Mit Formsteinen werden die gekrümmten Profile der Laibungen der Fenster und Portale und das Maßwerks gebildet. Da diese Bauten riesige, glatte Flächen haben, die von Zier- und Querquiebeln (sogenannten Zwerchgiebeln) und Blendspitzbögen durchbrochen werden, wirken sie meist eindrucksvoll gewaltig.