Wohnen und leben
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Gast Experte! hat diese Frage am 01.01.2005 gestellt
Kinderlärm: Ruhestörung im Mietshaus?
Mieterkinder haben dieselben Rechte, aber auch Pflichten wie erwachsene Mieter. Es ist selbstverständlich, dass Kinder in Mietwohnungen spielen dürfen. Dabei dürfen sie allerdings die anderen Hausbewohner nicht stören.
Dies gilt besonders während der Nachtruhe zwischen 22 und 7 Uhr. Ist es den Eltern nicht möglich, ihre Kinder zu bändigen, müssen Nachbarn kindgemäßen Lärm wie Lachen, Weinen oder auch Schreien hinnehmen. Trotz Babygeschreis darf im Sommer sogar das Fenster geöffnet werden.

Allerdings kann so genannter mutwilliger Lärm, wie das Springen von Stühlen oder Tischen, Trommeln auf Töpfen oder das übermäßige Aufdrehen der Stereoanlage, dazu führen, dass die anderen Hausbewohner eine Mietminderung von bis zu 10 Prozent erwirken können.

Ein Totalverbot des Musizierens in Mietwohnungen ist nicht zulässig. Gerichte gestehen Mietern zwei bis drei Stunden zu, dabei spielt die Qualität der musikalischen Darbietung nur eine untergeordnete Rolle und darf kein Anlass zum Verbot sein. Lediglich beim Schlagzeugspielen sind dem Vermieter Beschränkungen vorbehalten.

Das Spielen im Treppenhaus, wie zum Beispiel Roller- oder Bobycarfahren, ist grundsätzlich verboten, ebenso das Aufzugfahren nur so zum Spaß.

Wenn die Nutzung von Grünflächen oder des Innenhofes im Mietvertrag vorgesehen ist, dürfen auch Kinder diese Gemeinschaftseinrichtungen zum Spielen nutzen. Es dürfen sogar Schaukeln oder Sandkästen aufgebaut beziehungsweise Liegestühle aufgestellt werden. Auch dürfen Freunde zum Spielen eingeladen werden.

Selbst wenn die Nutzung der Außenanlagen rund um das Mietshaus nicht ausdrücklich im Mietvertrag erwähnt ist, dürfen diese genutzt werden. Nur bei einem ausdrücklichen Verbot dürfen Kinder dort nicht spielen.

Der Kinderwagen darf im Treppenhaus abgestellt werden, solange die anderen Mieter nicht behindert werden und noch an die Briefkästen herankommen.

Generell sollten alle Mieter, unabhängig von Gesetzen und Paragraphen, so wenig Lärm wie möglich und nur so viel Lärm wie nötig machen.

Welche Auswirkungen das neue Mietrecht auf die Rechte von Mieterkindern haben wird, ist noch unklar, weil das Gesetz noch beraten und sicherlich auch noch einmal verändert wird. Sollte das neue Mietrecht in seiner jetzigen Form jedoch verabschiedet werden, könnte das Klima für Mieterkinder rauher werden.

Die aktuelle Vorlage sieht vor, dass unangenehmen Mietern fristlos gekündigt werden kann, selbst, wenn sie den Hausfrieden schuldlos stören. Können Eltern zum Beispiel ihre Kinder nicht bändigen und die anderen Hausbewohner fühlen sich gestört, wäre dies ein Grund für eine fristlose Kündigung.

Der Deutsche Mieterbund geht aber davon aus, dass letztlich nur die konkrete Rechtsprechung zeigen wird, aus welchen Gründen Mieter aus ihrer Wohnung hinausgeworfen werden können.
Stichwörter: mietrecht

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